144Hz-/240Hz-Gameplay unter Windows 11 ohne Verzögerung aufnehmen

Von Aike | Zuletzt aktualisiert:

Sie haben in einen Monitor mit hoher Bildwiederholrate investiert – 144 Hz, 240 Hz oder sogar 360 Hz – und möchten nun Ihr Gameplay aufnehmen. Das Problem: Die meisten Bildschirmrekorder können mit diesem Tempo nicht mithalten.

Eine Aufnahme mit 60 FPS ist einfach. Für 144 oder 240 FPS ohne ausgelassene Bilder, Ruckler oder riesige Dateien benötigen Sie dagegen die richtige Konfiguration.

In dieser Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Gameplay mit hoher Bildwiederholrate unter Windows 11 ohne Verzögerungen und in bestmöglicher Qualität aufnehmen.

144Hz- und 240Hz-Gameplay ohne Verzögerung aufnehmen

Warum Aufnahmen mit hoher Bildwiederholrate wichtig sind

Herkömmliche Aufnahmen mit 60 FPS wirken ruckelig, wenn Sie an 144 oder 240 Hz gewöhnt sind. Damit YouTube-Videos, Twitch-Clips und Highlight-Zusammenschnitte genauso flüssig aussehen wie das Spiel selbst, müssen Sie mit einer höheren Bildrate aufnehmen.

Vorteile von High-FPS-Aufnahmen

  • Flüssige Bewegungen: Schnelle Spiele wirken natürlich statt ruckelig.
  • Bessere Zeitlupen: Material mit 144 FPS liefert beim Verlangsamen auf 24 FPS sechsmal mehr Einzelbilder als eine Quelle mit 24 FPS.
  • Professionelle Qualität: Ihre Videos erreichen das Produktionsniveau führender Gaming-Kanäle.
  • Überzeugende Präsentation: Sie zeigen das Gameplay so flüssig, wie es erlebt werden soll.

Die Herausforderung: Aufnahmen mit 144 oder 240 FPS benötigen zwei- bis viermal mehr Rechenleistung, Bandbreite und Speicherplatz als Aufnahmen mit 60 FPS. Viele Rekorder lassen deshalb Bilder aus oder senken die Bildrate im Spiel deutlich.

Systemanforderungen für Aufnahmen mit 144 Hz oder 240 Hz

Prüfen Sie vor der Konfiguration, ob Ihre Hardware die Belastung bewältigen kann:

  Komponente   Minimum für 144 Hz   Empfohlen für 240 Hz

 GPU

 RTX 3060 / RX 6600 XT

 RTX 4070 / RX 7800 XT

 CPU

 i5-12400 / Ryzen 5600

 i7-13700K / Ryzen 7800X3D

 RAM

 16 GB DDR4

 32 GB DDR5

 Speicherplatz

 NVMe SSD (1TB)

 NVMe SSD (2TB+)

 Monitor

 144Hz 1080p

 240Hz+ 1440p

Entscheidend: GPU- oder CPU-Encoding

Verwenden Sie für High-FPS-Aufnahmen niemals CPU-Encoding. Es beeinträchtigt die Leistung im Spiel massiv.

Nutzen Sie stattdessen immer GPU-basiertes Hardware-Encoding:

  • NVIDIA: NVENC (Maxwell der 2. Generation oder neuer, GTX 1050+)
  • AMD: AMF/VCE (RX-500-Serie oder neuer)
  • Intel: Quick Sync Video (Intel HD Graphics 630+)

Die besten Aufnahmeeinstellungen für hohe FPS

Auflösung und Bildrate

Der wichtigste Grundsatz lautet: Nehmen Sie in der Auflösung des Spiels auf, nicht pauschal in der Auflösung des Monitors.

  Gameplay   Aufnahmeauflösung   Ausgabe-FPS

 1080p 144fps

 1080p

 144fps

 1440p 120fps

 1440p

 120fps

 1080p 240fps

 1080p

 240fps

 4K 60fps

 4K

 60fps

Profi-Tipp: Falls Ihre GPU 144 FPS nicht zuverlässig codieren kann, nehmen Sie stattdessen mit 120 FPS auf. Der sichtbare Unterschied ist gering, der Leistungsgewinn jedoch deutlich.

Bitrate für eine flüssige, saubere Darstellung

Hohe Bildraten benötigen eine hohe Bitrate. Ist sie zu niedrig, entstehen sichtbare Pixelblöcke; ist sie zu hoch, wird unnötig Speicherplatz belegt.

Empfohlene Bitraten für H.264 und HEVC

  Auflösung   60fps   120fps   144fps   240fps

 1080p

 12 Mbps

 20 Mbps

 24 Mbps

 35 Mbps

 1440p

 24 Mbps

 40 Mbps

 48 Mbps

 70 Mbps

 4K

 45 Mbps

 80 Mbps

 100 Mbps

 Nicht empfohlen

Für LosslessRec: Wählen Sie die Voreinstellung „Qualität“ und einen CQP-Wert von 18 bis 23, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Bildqualität und Dateigröße zu erzielen.

Den richtigen Encoder wählen

NVIDIA NVENC für NVIDIA-Grafikkarten

NVENC gilt als Maßstab für Hardware-Encoding. Moderne RTX-Karten ab der RTX-20-Serie besitzen NVENC-Einheiten, die eine mit x264 Medium vergleichbare Qualität liefern, ohne die CPU zu belasten.

  • Voreinstellung: Qualität (bei neueren Karten P6 oder P7)
  • Bitratensteuerung: CQP 18–23 für Aufnahmen, VBR für Streaming
  • Profil: High
  • Mehrfachdurchlauf: aktivieren, sofern verfügbar

AMD AMF für AMD-Grafikkarten

Der Encoder von AMD wurde deutlich verbessert. Die Serien RX 6000 und RX 7000 liefern eine ausgezeichnete Qualität.

  • Voreinstellung: Qualität
  • Bitratensteuerung: CQP 18–22
  • Profil: High

Intel Quick Sync für Intel-iGPUs

Wenn Sie eine Intel-CPU mit integrierter Grafik besitzen, eignet sich Quick Sync hervorragend für Aufnahmen, ohne die Haupt-GPU zu belasten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Aufnahme

LosslessRec verwenden (empfohlen)

  1. Laden Sie LosslessRec herunter und installieren Sie das Programm.
  2. Öffnen Sie die Einstellungen und wechseln Sie zum Bereich Video.
  3. Stellen Sie die Bildrate auf 144 FPS oder auf Ihren gewünschten Zielwert.
  4. Passen Sie die Auflösung an die Auflösung des Spiels an.
  5. Wählen Sie als Encoder NVIDIA NVENC beziehungsweise den Hardware-Encoder Ihrer GPU.
  6. Setzen Sie die Qualität auf „Hoch“ oder verwenden Sie den CQP-Wert 20.
  7. Legen Sie als Ausgabepfad eine schnelle NVMe-SSD fest.
  8. Starten Sie Ihr Spiel.
  9. Drücken Sie das Aufnahme-Tastenkürzel; standardmäßig ist dies Strg+Alt+R.
  10. Spielen Sie und zeichnen Sie Ihr Gameplay auf.

OBS Studio verwenden

  1. Öffnen Sie OBS und wählen Sie Einstellungen > Ausgabe.
  2. Stellen Sie den Ausgabemodus auf „Erweitert“.
  3. Wählen Sie als Aufnahmeformat MKV oder MP4.
  4. Wählen Sie als Encoder NVIDIA NVENC H.264.
  5. Stellen Sie die Bitratensteuerung auf CQP.
  6. Setzen Sie den CQ-Wert auf 20.
  7. Wechseln Sie zu Einstellungen > Video.
  8. Passen Sie die Basisleinwand an die Monitorauflösung an.
  9. Stellen Sie die skalierte Ausgabeauflösung auf die gewünschte Aufnahmeauflösung.
  10. Setzen Sie die FPS auf 144 oder 120.

Häufige Probleme beheben

Problem 1: Ausgelassene Bilder oder Ruckeln

Symptom: Die Aufnahme ruckelt und wirkt weniger flüssig als das Spiel.

Lösungen:

  • Verwenden Sie GPU-Encoding mit NVENC oder AMF statt x264.
  • Senken Sie die Aufnahmebildrate, beispielsweise von 144 auf 120 FPS.
  • Prüfen Sie die Geschwindigkeit der SSD, etwa mit CrystalDiskMark.
  • Schließen Sie Anwendungen, die im Hintergrund laufen.
  • Deaktivieren Sie VSync im Spiel, falls es die Aufnahme beeinträchtigt.

Problem 2: Die FPS im Spiel sinken während der Aufnahme

Symptom: Während der Aufnahme läuft das Spiel mit einer niedrigeren Bildrate.

Lösungen:

  • Speichern Sie die Aufnahme auf einem separaten Laufwerk und nicht auf dem Laufwerk des Spiels.
  • Senken Sie die Aufnahmebitrate.
  • Deaktivieren Sie das Vorschaufenster der Aufnahme.
  • Nutzen Sie das für GPU-Encoding optimierte LosslessRec.

Problem 3: Dateigröße zu groß

Symptom: Eine einminütige Aufnahme belegt mehr als 5 GB.

Lösungen:

  • Verwenden Sie HEVC (H.265) statt H.264; bei vergleichbarer Qualität halbiert sich die Dateigröße ungefähr.
  • Erhöhen Sie den CQP-Wert von 18 auf einen Wert zwischen 23 und 28.
  • Senken Sie die Bitrate.
  • Nehmen Sie in 1080p statt in 1440p oder 4K auf.

Problem 4: Audio und Video sind nicht synchron

Symptom: Ton und Bild laufen zeitlich auseinander.

Lösungen:

  • Verwenden Sie eine konstante statt einer variablen Bildrate.
  • Aktivieren Sie in den Rekorder-Einstellungen die Option „Audio mit Video synchronisieren“.
  • Installieren Sie verfügbare Treiberaktualisierungen für GPU und Audiogeräte.

Speicher- und Dateiverwaltung

Zu erwartende Dateigrößen

High-FPS-Aufnahmen beanspruchen schnell viel Speicherplatz. Planen Sie daher ausreichend Kapazität ein:

  Auflösung   FPS   Bitrate   Größe für 10 Minuten   Größe für 1 Stunde

 1080p

 144

 24 Mbps

 ~1,8 GB

 ~10,8 GB

 1080p

 240

 35 Mbps

 ~2,6 GB

 ~15,8 GB

 1440p

 144

 48 Mbps

 ~3.6 GB

 ~21.6 GB

Tipps zur Speicherverwaltung

  • Verwenden Sie eine separate NVMe-SSD für Aufnahmen, beispielsweise eine Samsung 980 Pro oder WD Black SN850.
  • Aktivieren Sie das automatische Löschen für Aufnahmen, die älter als eine festgelegte Anzahl von Tagen sind.
  • Komprimieren Sie die Dateien nach der Aufnahme mit HandBrake oder einem vergleichbaren Programm.
  • Nehmen Sie in Abschnitten auf, etwa in Blöcken von 10 bis 15 Minuten, damit sich die Dateien leichter verwalten lassen.

Häufig gestellte Fragen

1. Kann ich mit 240 FPS aufnehmen, wenn mein Monitor nur 144 Hz bietet?

Ja, sinnvoll ist es jedoch nicht. Da die Darstellung durch den Monitor auf 144 Hz begrenzt ist, verbraucht eine Aufnahme mit 240 FPS lediglich mehr Speicherplatz, ohne einen sichtbaren Vorteil zu bieten. Stimmen Sie die Aufnahmebildrate auf die Bildwiederholrate des Monitors ab.

2. Sollte ich mit derselben Bildrate aufnehmen, mit der das Spiel läuft?

Im Idealfall ja. Läuft das Spiel mit 144 FPS, sorgt auch eine Aufnahme mit 144 FPS für eine besonders flüssige Wiedergabe. Ist Ihre GPU damit überfordert, sind 120 FPS ein guter Kompromiss und weiterhin deutlich flüssiger als 60 FPS.

3. Unterstützt YouTube 144 oder 240 FPS?

YouTube unterstützt derzeit höchstens 60 FPS. Eine Aufnahme mit höherer Bildrate kann dennoch sinnvoll sein, denn:

  • Sie können besonders flüssige Zeitlupeneffekte erstellen.
  • Ihr Ausgangsmaterial bleibt für künftige Plattformen geeignet.
  • Andere Plattformen wie Vimeo oder selbst gehostete Videoplayer unterstützen höhere Bildraten.

4. Welches ist besser für hohe FPS: MP4 oder MKV?

MKV eignet sich besser für die Aufnahme, da das Format robuster ist und eine Datei nach einem Absturz meist nicht unbrauchbar wird. MP4 ist praktischer zum Teilen und Hochladen. Nehmen Sie deshalb in MKV auf und wandeln Sie den Container anschließend ohne Neucodierung in MP4 um.

5. Beeinträchtigt die Aufnahme die Spielleistung?

Mit korrekt konfiguriertem GPU-Encoding sollte die Auswirkung gering bleiben und die Bildrate nur um etwa ein bis drei Prozent sinken. Bei größeren Einbrüchen sollten Sie Folgendes prüfen:

  • Falls Sie CPU-Encoding verwenden, wechseln Sie zu GPU-Encoding.
  • Falls die SSD zu langsam ist, verwenden Sie eine NVMe-SSD.
  • Schließen Sie unnötige Anwendungen im Hintergrund.

6. Kann ich gleichzeitig mit hoher Bildrate streamen und aufnehmen?

Ein Stream mit 60 FPS und eine parallele Aufnahme mit 120 oder 144 FPS sind möglich, benötigen jedoch viel Rechenleistung. Verwenden Sie einen leistungsfähigen PC und nach Möglichkeit getrennte Encoder, beispielsweise NVENC für die Aufnahme und x264 für den Stream.

Einstellungen auf einen Blick

  Einstellung   Empfohlener Wert   Notizen

 Auflösung

 Wie im Spiel

 Nicht hochskalieren

 Bildrate

 Wie der Monitor (120/144)

 240 FPS bei ausreichender Leistung

 Encoder

 NVENC / AMF

 Kein CPU-Encoding

 Bitratensteuerung

 CQP

 CQP 18-23

 Voreinstellung

 Qualität

 Nicht „Leistung“

 Dateiformat

 MKV

 Danach in MP4 umpacken

 Speicherplatz

 NVMe SSD

 Separates Laufwerk

Fazit

Gameplay mit hoher Bildwiederholrate aufzunehmen muss nicht kompliziert sein. Mit den richtigen Einstellungen und einer leistungsfähigen GPU erstellen Sie äußerst flüssiges Material mit 144 oder 240 FPS, ohne das Spielerlebnis merklich zu beeinträchtigen.

Die wichtigsten Punkte:

  • Verwenden Sie stets GPU-Encoding mit NVENC oder AMF.
  • Stimmen Sie die Aufnahmebildrate auf die Bildwiederholrate des Monitors ab.
  • Nutzen Sie CQP für ein gutes Verhältnis zwischen Qualität und Dateigröße.
  • Speichern Sie die Aufnahme auf einer schnellen NVMe-SSD.
  • Mit LosslessRec gelingt die Einrichtung besonders einfach.

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Über den Autor

Aike ist Chefredakteur von LosslessAI. Mit über einem Jahrzehnt Erfahrung ist er darauf spezialisiert, aufschlussreiche Inhalte zu KI-Trends, Video- / Audiobearbeitung, Konvertierung, Fehlersuche und Software-Reviews zu liefern. Seine Expertise macht ihn zu einem vertrauenswürdigen Verbündeten bei der Verbesserung der digitalen Erfahrungen der Benutzer.

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